Wie sag ich's ihm ...???

Ich bin sooo verliebt. Treffe ihn jeden Tag im Bus zur Schule. Hat er bereits gemerkt, dass ich ihn immer anstarre. Völlig fasziniert von seinen blonden Haaren und diesen meerblauen Augen. Wie sag ich ihm meine Gefühle. Traue mich nicht. Angst, dass ich abgewiesen werde. Aber wer nicht wagt, ...

Wenn Du Dich nicht traust, Deinen Schwarm direkt anzusprechen, dann wäre ein Liebesbrief eine Möglichkeit, ihn vorsichtig auf Deine Existenz hinzuweisen... und Deine Gefühle für ihn, die Dich vom Aufwachen bis zum Einschlafen begleiten. Kribbeln bis in die Fingerspitzen, wenn er einsteigt, Schmetterlinge im Bauch, weil sein Blick Dich streifte, feuchte Hände, wenn Du beim Bäcker neben ihm stehst.

Doch wie schreibt man einen Liebesbrief? Gibt’s da eine Anleitung, damit man nicht alles vermasselt? Franka hat die Experten in Sachen Liebe aufgesucht und bei Brinx/Kömmerling nachgefragt:

Chantal Schreiber zum Thema: Liebesbrief

Hallo, freche Mädchen,

also ganz ehrlich, ich würde keinen Liebesbrief an einen Typen schreiben, den ich nicht schon ziemlich gut kenne. Richtige Liebesbriefe hab ich eigentlich immer nur geschrieben, wenn ich mit jemandem schon zusammen war – und ein paar Mal aus Verzweiflung, wenn ich es schon nicht mehr war, aber das sind eher unrühmliche Kapitel in meiner Vergangenheit ;-)
Ich würde also nicht einen ganzen Schwall Gefühle auf jemanden loslassen, der vollkommen unvorbereitet ist und von dem ich keine Ahnung habe, wie er reagiert. Außer, Ihr seid so schrecklich verliebt, dass Euch alles egal ist und ihr jeden Preis für seine Aufmerksamkeit zahlen würdet – auch, dass sich Euer Brief vielleicht an die Toilettentür der Jungs geheftet wieder findet.
Also würde ich unterscheiden zwischen „erster Annäherung“ und „Liebesbrief“. Wenn Ihr für eine direkte erste Annäherung – also ihn einfach anzusprechen - keine Nerven habt, dann kann das durchaus auch per Brief geschehen. Aber da würde ich dann noch nicht so sehr ins Detail gehen, dass Euer Schwarm gleich die Panik kriegt vor lauter Gefühlsüberschwang. Das würde ich noch eher locker angehen, so in etwa:
„Hi, X, ich find Dich total nett und würde gern mal ohne die anderen was mit Dir unternehmen. Hast Du Lust, mal ins Kino zu gehen?“
Aber bevor ich irgendwas Schriftliches aus der Hand gäbe, würde ich den Jungen aus der Ferne mal so weit „abklopfen“, dass ich mir sicher bin, er wird diskret mit meinem Brief umgehen, auch wenn der nur so eine harmlose Frage enthält, ein Gefühls-Statement ist es ja trotzdem.
Ich glaube ja, man spürt ganz genau, ob da was in der Luft liegt oder nicht.
Und wenn man einander schon wochenlang angeguckt und wieder weggeguckt hat, aber sich ziemlich sicher ist, dass der andere genau wie man selbst nur zu schüchtern ist, um den ersten Schritt zu machen, dann würde ich einen Brief mit folgendem kurzen Inhalt losschicken:
„?“
Wenn dann ein „!“ zurückkommt, wisst Ihr, Ihr habt richtig gelegen!
Dann müsst Ihr nur noch Datum und Uhrzeit festlegen und es kann losgehen mit dem ersten Date!
Und wenn’s damit erst geklappt hat, ist alles erlaubt: Briefe und E-Mails und süße Karten –
sogar Gedichte. Aber ich hab’s nicht so mit Anleitungen, schreibt einfach, was Ihr fühlt,
ohne Schnörkel. Echte Gefühle sind nie kitschig.

In diesem Sinne wünscht Euch einen wunderschönen und verliebten Mai,

Eure Chantal Schreiber